Was ist Scheidenkrebs (Vaginalkarzinom)?
Scheidenkrebs ist eine sehr seltene Tumorerkrankung. Am häufigsten erkranken Frauen im Alter zwischen 60 und 70 Jahren daran. In etwa 90 Prozent der Fälle entwickelt sich ein primäres Vaginalkarzinom aus der obersten Zellschicht der Scheidenschleimhaut. Es handelt sich dabei um sogenannte Plattenepithelkarzinome.
Die meisten Tumoren, die in der Scheide vorkommen, entstehen jedoch nicht primär in der Schleimhaut der Vagina, sondern durch bösartige Tumoren in Nachbarorganen. So kann zum Beispiel ein bösartiger Tumor im Gebärmutterhals (Zervixkarzinom) oder im Bereich der Schamlippen (Vulvakarzinom) in das Scheidengewebe einwachsen. Mediziner sprechen dann von sekundären Malignomen.
Warum Scheidenkrebs entsteht, ist nicht genau bekannt. Als Risikofaktor gilt aber eine Infektion mit humanen Papillomviren (HPV-Infektion).
Anfangs verursacht Scheidenkrebs kaum Beschwerden, weswegen er oft erst spät entdeckt wird. Blutungen aus der Scheide, vor allem nach dem Geschlechtsverkehr, werden am häufigsten beobachtet. Die Diagnose stellt meist der Frauenarzt (Gynäkologe), nachdem er bei der Krebsvorsorge Auffälligkeiten entdeckt hat. Die Therapie hängt davon ab, wie weit der Krebs fortgeschritten ist und welcher Bereich der Scheide befallen ist.
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13.09.2005, aktualisiert am 27.06.2010
Bildnachweis: W&B/Ulrike Möhle
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