Bei einer Urethritis ist die Harnröhre entzündet. Die Grafik zeigt die anatomische Lage von Harnröhre und Blase (rot eingefärbt) bei Frau und Mann
Die Harnröhrenentzündung (Urethritis) kann durch die Ansteckung mit Keimen (Infektionen) bedingt sein – meist durch Bakterien, aber auch durch Viren, Einzeller oder Pilze. Aber auch die mechanische Reizung eines Blasenkatheters kann zur Urethritis führen. Weitere Ursachen sind möglich, so allergische Reaktionen oder auch der Verzehr sehr scharf gewürzter Speisen.
Bei der Urethritis sammeln sich Abwehrzellen in der Schleimhaut der Harnröhre an. Auch wird vermehrt Schleim abgesondert, der häufig zusammen mit den Abwehrzellen im Urin abgesondert wird, und gegebenenfalls mit Keimen vermischt ist.
Von einer Harnröhrenentzündung können sowohl Männer als auch Frauen betroffen sein. Die Symptome einer Harnröhrenentzündung sind oft nicht von den Beschwerden einer Blasenentzündung zu unterscheiden. Meist spricht der Arzt dann allgemein von einem Harnwegsinfekt (HWI). Entzündung von Blase und Harnröhre kommen oftmals gemeinsam vor, wenn Keime aus der Harnröhre in Richtung der Blase aufgestiegen sind.
Schmerzen ("Brennen") und Beschwerden beim Wasserlassen sowie Unterleibschmerzen sind typisch für eine Harnröhrenentzündung beziehungsweise einen HWI. Eine Besonderheit der Harnröhrenentzündung ist meist auch ein leicht schleimiger oder getrübter Ausfluss (Urethralfluor).
Um die Diagnose einer Harnröhrenentzündung zu stellen, erkundigt sich der Arzt zunächst nach der Krankengeschichte (Anamnese). Auch kann er aus der Harnröhre einen Abstrich entnehmen, um Keime nachzuweisen. In einer Urinprobe lassen sich ebenfalls Erreger als Ursache einer Harnröhrenentzündung ermitteln.
Werden bei der Urinprobe nacheinander der zuerst austretende Urin und der Mittelstrahlurin untersucht, lässt sich außerdem feststellen, ob sich die Entzündung in der Harnröhre oder in den höher gelegenen Harnwegen (Nieren oder Blase) befindet. Lassen sich Bakterien nachweisen, so verschreibt der Arzt ein Antibiotikum.
Nach einer Harnröhrenentzündung sollte immer gefahndet werden, wenn typische Beschwerden für einen Harnwegsinfekt bestehen, die Urinuntersuchung aber keinen Hinweis auf einen Harnwegsinfekt ergibt.
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13.09.2005, aktualisiert am 27.01.2012
Bildnachweis: W&B/Ulrike Möhle
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