Knochenerkrankung mit einem übermäßigen Knochenumbau in einzelnen Knochen. Die Paget-Krankheit tritt häufiger bei Männern als bei Frauen auf, vorwiegend ab dem 40. Lebensjahr.
Ursache: Aus nicht genau bekannten Gründen (diskutiert werden genetische Faktoren und Virusinfektionen) vermehren sich die für den Knochenabbau zuständigen Osteoklasten, die den Knochenabbau beschleunigen. Reparaturversuche der knochenaufbauenden Osteoblasten führen zu einem unkoordinierten Anbau von mechanisch minderwertigem Knochengewebe.
Befund: Die Betroffenen können beschwerdefrei sein oder unter ziehenden Schmerzen leiden. Der Knochen verliert an Belastbarkeit, es entstehen Verformungen und Verdickungen der befallenen Körperteile, z. B. Verbiegung des Schienbeins oder Zunahme des Kopfumfangs. Außerdem besteht eine erhöhte Knochenbruchgefahr. Selten entartet die Paget-Krankheit in einen Knochenkrebs.
Behandlung: Eine medikamentöse Hemmung des Knochenabbaus ist mit Kalzitonin und Biphosphonaten möglich. Bei zunehmenden Verformungen der Beine werden entlastende Orthesen oder bei Erkrankung der Wirbelsäule ein Korsett notwendig.
Brockhaus Gesundheit; 30.11.2010, aktualisiert am 09.12.2010
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