chronische, von den Haarbälgen ausgehende Entzündung im Bartbereich.
Ursache: Bartflechten werden verursacht durch eine bakterielle (meist durch Staphylokokken) oder durch Faden‐ oder Sprosspilze hervorgerufene Infektion.
Befund: Bei der bakteriell bedingten Bartflechte (Folliculitis barbae) ist die Haut entzündlich gerötet und weist zahlreiche Eiterpusteln und eitrige Krusten auf. In schwereren Fällen entstehen tiefe, knotige Entzündungsherde. Bei der Bartpilzflechte (Trichophytia barbae) ist die oberflächliche Form gekennzeichnet durch rundliche, scharf begrenzte, gerötete Herde, die mit Schuppen bedeckt sind und Pusteln aufweisen können. Bei der tiefen Form handelt es sich um derbe, knotige Entzündungsherde, aus denen sich Eiter entleeren kann. Die tiefe Form kann sich aus einer oberflächlichen Form bei längerer Krankheitsdauer entwickeln. Zur Sicherung der Diagnose werden die Erreger in Abstrichen aus Eiterpusteln durch die mikroskopische Untersuchung nachgewiesen, oder es wird eine Pilz- bzw. Bakterienkultur angelegt.
Behandlung: Die Therapie richtet sich nach der Art des Erregers und der Schwere der Erkrankung. Die bakteriell ausgelöste Bartflechte wird äußerlich mit desinfizierenden oder antibiotischen Cremes behandelt, in schweren Fällen werden auch Antibiotika eingenommen. Die Bartpilzflechte wird meist äußerlich mit pilzabtötenden Cremes, in Einzelfällen innerlich behandelt.
Da die Erreger der Bartflechte über Rasierapparate und Waschlappen oder Handtücher übertragen werden, sind strikte Hygienemaßnahmen erforderlich. Lappen und Handtücher müssen häufig gewechselt und heiß gewaschen werden (am besten auskochen). Der Rasierer kann mit 70%igem Alkohol desinfiziert werden.
Brockhaus Gesundheit; 30.11.2010, aktualisiert am 07.12.2010
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